Weide
die flexible Kulturpflanze
Die Flechtweide ist eine der ältesten Kulturpflanzen der Erde, deren Vorkommen sich vorwiegend auf der nördlichen Halbkugel, wildwachsend aber auch als Kulturweide, erstreckt. Die wichtigsten Anbaugebiete liegen heute in Osteuropa und China.
Für hochwertige Flechtarbeiten sind nur die Ruten von ganz bestimmten Sorten geeignet, die in Kulturen angebaut werden. Die Weidenruten können in einem Jahr 60-75 cm in der Länge zulegen, der Durchmesser am unteren Ende beträgt dabei 3-10 mm. Für die Produktion von Korbwaren und Möbeln aus Weide werden die einjährigen Weidenruten verwendet. Diese können entweder mit Rinde oder geschält verarbeitet werden. Bei der geschälten Weide unterscheidet man zwischen der weißfarbigen und rotbraun gesottenen Weide, wobei die rotbraune Farbe durch das vorherige Kochen der ungeschälten Weide entsteht.
Die Blattansätze, die als kleine schwarze Punkte oder Vertiefungen sichtbar bleiben, unterschiedliche Material-
stärken, Druckstellen oder Risse, sowie Farb- und Strukturunterschiede sind warentypisch. Das Flechten von Korbwaren ist traditionell und bis zum heutigen Tag Handarbeit und häufig Haupterwerb für ganze Dörfer und Regionen.
Raffiabast
Raffiabast - die Floristen- und Gartenfaser
Die Raffiapalme wächst ausschließlich auf der Insel Madagaskar im Indischen Ozean. Je nach Ernteregion unterscheidet man zwischen Ostküsten- und Westküstenbast, der sich in Farbe, Länge und Breite der Faser unterscheidet.
Die Faser wird aus den Blättern der Raffiapalme in aufwendiger Handarbeit gewonnen. Raffiabast wird hauptsächlich als dekoratives Bindematerial im Floristik- und Gartenbereich eingesetzt.
Daneben findet Raffiabast auch im Weinbau zum Hochbinden der jungen Pflanzentriebe Verwendung. Darüber hinaus werden aus den Bastfasern Matten, Hüte, Taschen und vieles mehr geflochten. Aber auch im Bastelbereich ist eingefärbter Bast ein beliebter und gefragter Werkstoff, der sich auch ideal als Geschenkband eignet.
